Erlangen. Die Stadt Erlangen wird Gründungsmitglied eines Vereins, der den geplanten Gedenk- und Lernort auf dem Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt („Hupfla“) aufbauen und später betreiben soll. Das teilte die Stadt am 23. Oktober 2026 in ihrem RathausReport mit.

Der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss des Stadtrats hat der Mitgliedschaft zugestimmt. Der neue Verein soll die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen in Heil- und Pflegeanstalten bewahren und Raum für die Auseinandersetzung mit medizinethischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Fragen schaffen.

Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen

Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt war während der NS-Zeit Schauplatz schwerer Verbrechen. Nach Angaben der Stadt wurden bis Mitte 1941 mehr als 900 Patientinnen und Patienten von Erlangen aus in Tötungsanstalten deportiert. Ab 1942 starben dort mindestens weitere 1.000 Menschen infolge systematischer Hungerkost.

Der geplante Gedenk- und Lernort soll unter anderem einen öffentlich zugänglichen Ausstellungsbereich auf dem historischen Gelände erhalten. Die konkrete Umsetzung und Finanzierung sind noch nicht abschließend geklärt.

Verein als Träger vorgesehen

Statt der ursprünglich erwogenen Stiftung soll ein eingetragener Verein die Trägerschaft übernehmen. Für die Mitgliedschaft der Stadt fällt nach der Beschlussvorlage weder ein Mitgliedsbeitrag noch eine finanzielle Einlage an. Über spätere Zuschüsse müsste gesondert entschieden werden.

Das Gründungsbüro von Stadtverwaltung und Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg arbeitet an den rechtlichen und planerischen Grundlagen sowie an der Vermittlung des historischen Themas.

Quellen: Stadt Erlangen, RathausReport Nr. 132 vom 23. Oktober 2026; amtliche Beschlussvorlage 13/281/2026 mit Beschluss vom 21. Oktober.

Neutrale TVüberregional-Symbolgrafik zur kommunalen Gremienarbeit
Symbolbild: TVüberregional. Keine Aufnahme des historischen Geländes oder der Sitzung in Erlangen.

Redakteurin Friederike Lober – www.tvueberregional.de – Ihre Berichterstatterin aus Ihrer Region.

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