Stellt euch vor: Ihr lauft durch feuchte, dunkle Steingänge, der Geruch von jahrhundertealter Geschichte liegt in der Luft – und plötzlich strahlt euch ein riesiges, farbenfrohes Mural entgegen. Genau diese explosive Mischung aus historischem Erbe und moderner Rebellion erwartet euch im MAUSA. Das Musée d’Art Urbain et de Street Art hat es geschafft, zwei der faszinierendsten Festungsanlagen Frankreichs in riesige, begehbare Street-Art-Galerien zu verwandeln.
Gegründet wurde das Projekt von dem französischen Galeristen und Kunst-Enthusiasten Stanislas Belhomme. Seine Vision war es, Street-Art radikal aus ihrem typischen urbanen Kontext (wie U-Bahn-Stationen oder modernen Metropolen) herauszuholen und mit jahrhundertealter Geschichte zu kreuzen. Statt sterile Leinwände in einer Galerie aufzuhängen, wollte Belhomme ein „lebendes Museum“ schaffen (musée vivant).
Die eingeladenen internationalen Künstlerinnen und Künstler bekommen keine Vorgaben. Sie leben oft wochenlang als Artists in Residence vor Ort und sprühen, malen oder hämmern ihre Werke im “Work in Progress”-Modus direkt auf die historischen Mauern – und das oft direkt vor den Augen der Museumsbesucher.
Das Abenteuer begann am 7. Juli 2018 mit der Eröffnung des MAUSA Vauban in den UNESCO-Festungswällen von Neuf-Brisach. Der Erfolg gab dem Konzept recht, sodass Belhomme nach neuen, monumentalen Kulissen suchte.
Kommt mit auf eine Reise unter die Erde – nach Neuf-Brisach und Bitche!
Station 1: MAUSA Vauban in Neuf-Brisach – Kunst im UNESCO-Weltkulturerbe
Unsere erste Station führt uns ins Elsass, genauer gesagt in die sternförmige Festungsstadt Neuf-Brisach. Erbaut vom berühmten Festungsbaumeister Vauban, gehört die Anlage heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und genau hier, in den über 1.200 Quadratmeter großen Kasematten (den unterirdischen, bombensicheren Räumen der Festung), hat das MAUSA Vauban im Jahr 2018 sein Zuhause gefunden.
Schon beim Betreten der kühlen Gänge spürt man die besondere Atmosphäre. Die rauen Sandsteinwände bieten den perfekten Kontrast zu den modernen Kunstwerken. Internationale Street-Art-Größen wie Seth, Nasty, Levalet oder Denis Meyers haben sich hier direkt auf den historischen Mauern verewigt. Es gibt keine Absperrungen, keine klassischen Bilderrahmen – die Kunst ist Teil der Architektur geworden. Die gedimmte Beleuchtung sorgt dafür, dass die Farben und Motive fast schon mystisch aus der Dunkelheit hervorstechen.
Station 2: MAUSA on the Bitche – Street-Art in der verlassenen Kaserne
Wer die Reise nordwärts nach Lothringen fortsetzt, findet in der Stadt Bitche die Fortsetzung des Abenteuers: das MAUSA on the Bitche.
Während die imposante Zitadelle von Bitche oben auf dem Felsen thront, zieht die Kunst direkt am Fuße der Festung ein. Das MAUSA hat hier eine riesige, seit 1997 verlassene preußische Militärkaserne übernommen, in der einst das 4. Kürassier-Regiment stationiert war.
Statt Gängen aus Festungsstein wandert ihr hier durch die verlassenen Räume, Hallen und Schlafsäle eines monumentalen Kasernenkomplexes. Internationale Street-Art-Größen nutzen die Zimmer jeweils als gigantische, eigene Leinwand. Der Vibe ist pure “Lost Places”-Atmosphäre gepaart mit einer explosiven Ladung moderner Graffiti-, Stencil- und Installationskunst.
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