Gastkommentar von Prof. Dr. Thorsten Krings

Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder.

Die Situation in Berlin und die Entwicklungen in Frankreich zeigen ein Muster, das wir längst in allen deutschen Großstädten beobachten können: Wir müssen in Europa endlich eine ehrliche und ernsthafte Debatte über Parallelgesellschaften führen.

Wenn religiös-politische Aufmärsche den öffentlichen Raum dominieren, breitere Proteste von islamistischen Kräften instrumentalisiert werden und die Gewaltbereitschaft auf den Straßen zunimmt, steht die Wertebasis unserer offenen Gesellschaft auf dem Spiel.

Diese integrationspolitischen Fehlentwicklungen existieren seit Jahrzehnten und betreffen urbane Zentren im ganzen Land.

Zu lange wurden die Probleme ignoriert oder schöngeredet, weil berechtigte Kritik an demokratiefeindlichen Strukturen allzu oft vorschnell in die rechte Ecke gedrängt wurde.

Das hat ein Vakuum geschaffen, in dem mit Kräften wie der Berliner Linken ein politischer Arm herangewachsen ist, der solche Parallelstrukturen unter dem Deckmantel von Toleranz institutionalisiert und verharmlost.

Klare rote Linien in beide Richtungen

Umso wichtiger ist es heute, klare rote Linien zu ziehen – und zwar in beide Richtungen.

Die Antwort auf diese Krise darf niemals der populistische Begriff der „Remigration“ sein. Wir müssen diese gefährliche und menschenfeindliche Scheinlösung in aller Deutlichkeit ablehnen.

Solche Vertreibungsphantasien spalten unsere Gesellschaft und widersprechen den Grundwerten unserer Verfassung fundamental.

Genauso entschieden müssen wir aber der Ignoranz entgegentreten, die die Augen vor der Realität vor Ort verschließt.

Was wir in unseren Großstädten brauchen, ist keine pauschale Ausgrenzung, sondern die kompromisslose Durchsetzung des Rechtsstaats und ein unmissverständliches Bekenntnis zu den Werten einer freiheitlichen, offenen Gesellschaft.

Autor Thorsten Krings – www.tvueberregional.de.


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