Rosheim im Elsass: Wer auf Reisen gern abseits der größten Besucherströme unterwegs ist, sollte sich dieses Städtchen am Fuß der Vogesen merken. Rosheim ist eine kleine Schatzkammer romanischer Baukunst. Jahrhundertealte Häuser, Stadttore, ein kunstvoller Renaissancebrunnen und stille Gassen lassen sich hier wunderbar zu Fuß entdecken. Die Fotografien von Prof. Dr. Thorsten Krings nehmen die Leser mit auf eine Reise, die neugierig macht und zum Verweilen einlädt.
Eine Stadt voller Geschichten aus Stein
Rosheim gehört sowohl zur Elsässer Weinstraße als auch zur Route Romane – der Straße der romanischen Baukunst. Hier geht es nicht um einen spektakulären einzelnen Aussichtspunkt, sondern um die Vielzahl bemerkenswerter Gebäude auf engem Raum. Schon die alten Stadtmauern und Tore erinnern daran, dass Rosheim einst befestigt war. Zwischen den Häusern zeigen sich reich geschmückte Fassaden, kleine Plätze und reizvolle Fachwerkdetails.
© Thorsten Krings
© Thorsten KringsDie Kirche Saints-Pierre-et-Paul: Kunst aus dem 12. Jahrhundert
Zu den größten Kostbarkeiten Rosheims zählt die romanische Kirche Saints-Pierre-et-Paul. Ihr massiver Sandsteinbau, Rundbögen und fein gestaltete Figuren zeugen von der Handwerkskunst des Mittelalters. Wer sich Zeit für die Fassadendetails nimmt, entdeckt eine beeindruckende Bildsprache – und erkennt, warum Rosheim bei Liebhabern historischer Kirchen einen so guten Ruf genießt. Das große Bauwerk wirkt durch seine zurückhaltende Gestaltung zugleich feierlich und einladend.
Für Familien lässt sich aus der Kirchenbesichtigung ein kleines Entdeckerspiel machen: Wo verstecken sich Tierdarstellungen? Welche Bögen und Formen kehren immer wieder? Welche Teile wirken besonders alt? So wird aus einem stillen Bauwerk eine spannende Geschichtsstunde ohne Klassenzimmer.
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© Thorsten KringsDer Brunnen mit sechs Eimern: Renaissance mitten im Ort
Auf dem Place de la République steht der berühmte Puits à Six Seaux, ein Brunnen aus dem Jahr 1605. Der Name erinnert an die sechs Wassereimer, mit denen die Bewohner früher Wasser schöpften. Der kunstvolle Aufbau und das städtische Rathaus bilden ein Ensemble, an dem man gerne ein paar Minuten verweilt. Gerade dort sieht man, wie Alltagsgeschichte zur Sehenswürdigkeit werden kann: Was einst Wasser für die Einwohner lieferte, erzählt heute von handwerklicher Präzision, Zusammenleben und städtischem Stolz.
© Thorsten KringsEine der ältesten erhaltenen Wohnstätten des Elsass
Ein weiteres Highlight ist die Maison Romane, auch „Maison Païenne“ genannt. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Steinhaus ist ein äußerst seltenes Beispiel erhaltener mittelalterlicher Wohnarchitektur. Die wuchtigen Mauern, kleinen Fenster und hölzernen Anbauten lassen erahnen, wie ungewöhnlich aufwendig schon damals manche Häuser gebaut wurden. Nach Angaben der Stadt stammt das Gebäude aus dem Jahr 1154 und gehört zu den ältesten erhaltenen Wohnhäusern des Elsass.
Wenn eine Besichtigung des Inneren geplant ist, sollte man vorher die aktuellen Besuchsmöglichkeiten prüfen. Auch von außen ist das Gebäude beeindruckend und eignet sich hervorragend, um Kindern zu zeigen, wie anders Häuser früher aussahen.
Adresse: Maison Romane, 23 Rue du Général de Gaulle, 67560 Rosheim.
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© Thorsten KringsRosheim genießen: Weinlandschaft, kleine Cafés und regionale Küche
Nach einer Runde zu Kirche, Stadttoren und Brunnen laden kleine Einkehrmöglichkeiten und die Weinlandschaft ringsum zum Genießen ein. Typische elsässische Spezialitäten wie Flammkuchen, herzhafte Schmorgerichte oder ein Stück Kougelhopf passen wunderbar zu einer Reise, bei der es nicht auf Tempo ankommt. Viele Besucher entdecken Rosheim auch als Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge an den Ausläufern der Vogesen.
Ein guter Tipp für Familien
Rosheim ist überschaubar genug, um Kindern historische Baukunst ohne langen Fußmarsch näherzubringen. Das Rathaus, der Brunnen, die romanische Kirche und die Maison Romane lassen sich zu einem kleinen Stadtrundgang verbinden. Familien können sich eine eigene Suchliste zusammenstellen: ein Stadttor, ein Fachwerkhaus, ein besonders alter Stein, eine Figur am Brunnen und ein schöner Platz für eine Pause. Die Stadt weist außerdem auf Geocaching-Angebote und familiengerechte Entdeckungsrouten hin. In der näheren Umgebung bieten sich Obernai, das Gebiet am Mont Sainte-Odile und weitere Ausflüge an die Elsässer Weinstraße an.
Wo liegt Rosheim und wie kommt man hin?
Ort: 67560 Rosheim, Département Bas-Rhin, Elsass, Frankreich.
Rathaus und zentraler Platz: 84 Place de la République, 67560 Rosheim.
Maison Romane: 23 Rue du Général de Gaulle, 67560 Rosheim.
Mit dem Auto: Rosheim liegt südwestlich von Straßburg in der Nähe von Obernai. Von Deutschland bietet sich je nach Startpunkt die Anreise über Straßburg beziehungsweise das nördliche Elsass an. Die Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erleben.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Rosheim ist an den regionalen Nahverkehr angebunden; die passende Verbindung über Straßburg oder das Umland vorab prüfen.
Wo kann man übernachten?
Für einen Wochenendausflug bieten sich Gästezimmer, Ferienwohnungen und kleine Hotels in Rosheim, Obernai und den umliegenden Weinorten an. Wer lieber selbst kocht oder mit Kindern reist, kann eine Ferienwohnung oder ein familienfreundliches Gästehaus wählen. Ein Beispiel direkt in Rosheim ist die Ferienunterkunft Le Petit Bon’home. Weitere Möglichkeiten finden sich über die Touristeninformation rund um Obernai. Preise, Ausstattung und freie Termine vor Buchung überprüfen.
Für wen lohnt sich Rosheim?
Besonders für Geschichts- und Architekturfans, entspannt reisende Paare, Familien mit neugierigen Kindern und alle, die gerne authentische elsässische Städte erkunden. Rosheim ist kein Ort, den man im Vorbeifahren wirklich versteht. Wer an einem Brunnen stehen bleibt, eine Kirchenfigur entdeckt und sich auf die Geschichte der Steine einlässt, nimmt ein Stück Elsass mit nach Hause, das in Erinnerung bleibt.
Weitere Informationen: Offizielle Stadt Rosheim · Maison Romane.
Fotos: © Thorsten Krings.
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