
Wenn der Verdacht auf Zöliakie im Raum steht oder die Diagnose frisch gestellt wurde, tauchen im Laborbericht viele verwirrende Abkürzungen auf: tTG, EmA, IgA oder IgG.
Hier erfährst du einfach und verständlich, welche Tests wirklich wichtig sind, warum man sie macht und worauf du unbedingt achten musst.
Für was werden Antikörpertests genutzt?
Antikörper sind Eiweißstoffe, die das Immunsystem zur Abwehr bildet. Bei der Zöliakie greift das Immunsystem fälschlicherweise den eigenen Körper an, sobald Gluten gegessen wird. Die Tests im Blut dienen drei Hauptzwecken:
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Erstdiagnose: Um herauszufinden, ob deine Beschwerden von einer Zöliakie kommen.
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Verlaufskontrolle: Um zu prüfen, ob die glutenfreie Diät anschlägt und sich deine Werte verbessern.
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Familienscreening: Da Zöliakie vererbt werden kann, um bei nahen Verwandten nachzuschauen.
Wichtig bei Kindern und Jugendlichen: Bis zum 18. Lebensjahr kann unter bestimmten, strengen Voraussetzungen die Diagnose allein durch die Antikörper (ohne die sonst übliche Gewebeprobe/Biopsie aus dem Darm) gestellt werden. Bei Erwachsenen ist die Gewebeprobe laut aktuellen Leitlinien zur Absicherung meistens noch notwendig.
Welche Antikörper sind die wichtigsten?
Der Arzt untersucht dein Blut auf zwei verschiedene Gruppen von Antikörpern. Die wichtigsten sind die sogenannten Autoantikörper (sie richten sich gegen den eigenen Körper):
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Gewebstransglutaminase-Antikörper (tTG-IgA / TG2-Ak):
Das ist der wichtigste und zuverlässigste Suchtest. Wenn man nach einer Zöliakie fahndet, schaut man zuerst nach diesem Wert.
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Endomysium-Antikörper (EmA-IgA):
Das ist im Grunde derselbe Antikörper wie der tTG, er wird nur mit einem anderen, aufwendigeren Verfahren im Labor gemessen. Ärzte nutzen ihn meistens als Bestätigungstest, um ganz sicherzugehen.
Gibt es noch andere Tests?
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Deamidierte Gliadinpeptide (DGP-Antikörper):
Gluten wird im Darm verändert (deamidiert). Der Körper kann auch dagegen Antikörper bilden. Dieser Test ist moderner und besser als ganz alte Tests, dient aber meist nur als Ergänzung und ersetzt nicht den tTG-Test.
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Veraltete Gliadin-Antikörper (natives Gliadin):
Diese Tests aus früheren Zeiten sind ungenau und sollten heute nicht mehr genutzt werden, da sie auch bei völlig Gesunden erhöht sein können.
Das “IgA”- und “IgG”-Prinzip (Und die Stolperfalle)
Hinter den Abkürzungen steht immer ein Kürzel für die Antikörper-Klasse, meistens IgA.
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Der Normalfall: Die zuverlässigsten Aussagen liefern die IgA-Varianten (also tTG-IgA und EmA-IgA). Sind diese negativ, ist eine Zöliakie sehr unwahrscheinlich.
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Die Ausnahme (IgA-Mangel): Manche Menschen bilden von Natur aus generell zu wenig IgA-Antikörper. Deswegen muss der Arzt beim allerersten Test immer das “Gesamt-IgA” im Blut mitbestimmen. Liegt so ein Mangel vor, würden die Standardtests fälschlicherweise “negativ” anzeigen. In diesem Fall weicht der Arzt auf die IgG-Varianten der Tests aus.
Die goldene Regel: Bitte jetzt noch nicht glutenfrei essen!
Das ist der wichtigste Hinweis für die Diagnose: Alle Antikörpertests sind nur dann aussagekräftig, wenn du dich normal (also glutenhaltig) ernährst!
Sobald du dich glutenfrei ernährst, verhungert die Autoimmunreaktion. Die Antikörper sinken im Blut ab und sind nach einiger Zeit nicht mehr nachweisbar.
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Vor der Diagnose: Ernähre dich bis zum Abschluss aller Untersuchungen (inklusive einer eventuellen Darmspiegelung) unbedingt weiter normal mit glutenhaltigen Lebensmitteln. Sonst riskierst du ein falsches, negatives Ergebnis.
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Nach der Diagnose (Während der Diät): Hier ist das Absinken der Werte genau das, was wir sehen wollen! Regelmäßige Kontrollen der Antikörper zeigen dir und deinem Arzt, ob du die Diät erfolgreich einhältst und sich dein Körper erholt.
