Wann ist eine Dünndarmbiopsie sinnvoll?

Bei Verdacht auf eine Zöliakie sollte die Diagnose durch eine endoskopische Biopsie aus dem Zwölffingerdarm gesichert werden. Auch die Schleimhautveränderungen bilden sich unter Diät zurück, so dass eine verwertbare Probe nur bei ausreichender Glutenzufuhr gewonnen werden kann.

Die Biopsien werden im Rahmen einer Magen-Spiegelung entnommen, bei der mindestens 5 – 6 Proben aus verschiedenen Regionen des Zwölffingerdarms entnommen werden. Wichtig ist dabei auch die Entnahme einer Probe aus dem Bereich, der sich direkt hinter dem Magen befindet, dem so genannten Bulbus duodeni. Manchmal finden sich nur an dieser Stelle die Veränderungen der Schleimhaut.

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Magenspiegelung
Wie läuft eine Dünndarmbiospsie ab?
Wenn der Verdacht auf Zöliakie besteht, untersucht der Pathologe Gewebeproben der Dünndarmschleimhaut unter dem Mikroskop. Die Schädigung der Schleimhaut entwickelt sich meist schrittweise: Sie beginnt mit einer leichten Entzündung bei noch intakter Schleimhaut (Marsh Typ 1) und kann bis zum vollständigen Verlust der Darmzotten führen (Marsh Typ 3c).

Ein besonders wichtiges Zeichen ist die Vermehrung sogenannter intraepithelialer Lymphozyten (IELs). Das sind spezielle weiße Blutkörperchen, die sich direkt in der obersten Schicht der Schleimhaut ansammeln.

Der britische Pathologe Michael N. Marsh hat diese stufenweisen Veränderungen erstmals zusammenfassend beschrieben. Seine Einteilung (Marsh-Klassifikation) hilft Ärzten bis heute, das Ausmaß der Schleimhautschädigung einzuschätzen und die Diagnose Zöliakie sicher zu stellen.

Was wurde ange

Marsh Typ 0: IEL ≤ 25, Krypten normal, Zotten normal
Marsh Typ 1: IEL > 25, Krypten normal, Zotten normal
Marsh Typ 2: IEL > 25, Krypten hyperplastisch, Zotten normal
Marsh Typ 3a: IEL > 25, Krypten hyperplastisch, Zotten leicht verkürzt
Marsh Typ 3b: IEL > 25, Krypten hyperplastisch, Zotten stark verkürzt
Marsh Typ 3c: IEL > 25, Krypten hyperplastisch, Zotten fehlen ganz

Die atrophische Schleimhaut (Marsh Typ 4), die mit Narbengewebe durchsetzt ist, wie in der schematischen Zeichnung unten abgebildet, kommt so gut wie nie vor.

Erläuterungen:

IEL: weiße Blutkörperchen in der obersten Deckschicht der Schleimhaut
Krypten: Schleimhautvertiefungen
Zotten: Schleimhautfalten
hyperplastisch: verlängert

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Immunpathologie der Schleimhaut im oberen Dünndarm

Schematische Darstellung der Veränderungen an der Darmschleimhaut entsprechend der Marsh-Klassifikation.

Wichtig: Alle Tests funktionieren nur dann zuverlässig, wenn vor den Untersuchungen regelmäßig Gluten gegessen wurde. Wer vorher schon auf Gluten verzichtet, riskiert falsche Ergebnisse.

Folgende Kombinationen von Antikörpertest und Biopsie (Gesamt-IgA im Normbereich) sind denkbar:

  1. TTG-IgA- oder EmA-IgA-Antikörper erhöht, Biopsie mit Marsh 2oder 3 -> Zöliakie gesichert
  2. TTG-IgA oder EmA-IgA-Antikörper in der Norm, Biopsie mit Marsh 2 oder 3 -> unklare Situation, andere Möglichkeiten für Zottenveränderung abklären, Zöliakie möglich
  3. TTG-IgA- oder EmA-IgA-Antikörper erhöht, Biopsie mit Marsh 0 oder 1 -> potentielle Zöliakie oder Fehler bei der Probenuntersuchung oder bei der Antikörperbestimmung. In Absprache mit Patient / je nach Beschwerdebild sollte nach Möglichkeit noch keine glutenfreie Diät begonnen werden. Weitere Verlaufskontrollen der Antikörper und evtl. der Biopsie notwendig.
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