
**Nürnberger Wohnungsgipfel: Stadt will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen**
Nürnberg will den Wohnungsbau beschleunigen und mehr bezahlbare Wohnungen schaffen. Beim ersten Nürnberger Wohnungsgipfel am Freitag, 9. Oktober 2026, haben Bürgermeister Dr. Nasser Ahmed und Vertreterinnen und Vertreter der Wohnungswirtschaft im Baumeisterhaus über mögliche Lösungen beraten. Im Mittelpunkt standen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Nutzung vorhandener Flächen und eine Überprüfung des städtischen Baulandbeschlusses.
Stadt will Bauvorhaben schneller umsetzen
Nürnberg strebt rund 2.000 neue Wohnungen pro Jahr an. Im langjährigen Durchschnitt wurden zuletzt jedoch etwa 1.500 Wohnungen jährlich fertiggestellt. Hohe Baukosten, schwierige Finanzierungsbedingungen, begrenzt verfügbare Grundstücke und aufwendige Verfahren erschweren die Umsetzung weiterer Bauprojekte.
„Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Unser Ziel sind 2.000 neue Wohnungen im Jahr“, erklärte Wohnungsbürgermeister Dr. Nasser Ahmed. Dafür müsse die Stadt schneller werden, von der Schaffung des Baurechts über die Genehmigung bis zur Umsetzung. Der Wohnungsgipfel sei der Auftakt, um gemeinsam konkrete Lösungen zu entwickeln.
Baulandbeschluss wird überprüft
Die Stadt Nürnberg will ihre eigenen Verfahren und Instrumente stärker darauf ausrichten, dass geplante Bauvorhaben tatsächlich umgesetzt werden. Deshalb soll der städtische Baulandbeschluss verwaltungsintern auf seine Wirksamkeit und Praxistauglichkeit geprüft und weiterentwickelt werden.
Dabei geht es darum, bezahlbaren Wohnraum weiterhin zu sichern und zugleich bessere Voraussetzungen für die Realisierung von Bauprojekten zu schaffen. Vertreterinnen und Vertreter des Wohnungsmarkts sollen in den weiteren Prozess einbezogen werden.
Britta Walther, Leiterin des Stabs Wohnen, und Siegfried Dengler, Leiter des Stadtplanungsamts, erläuterten beim Gipfel, welche Möglichkeiten die Stadt hat, den Wohnungsbau zu beschleunigen. Dazu gehören schnellere Verfahren zur Schaffung von Baurecht, zügigere Genehmigungen und die Entwicklung bereits vorhandener Bauflächen.
„Entscheidend ist, dass wir die verschiedenen Instrumente zusammenbringen und aus vorhandenen Flächen konkrete Projekte machen“, sagte Britta Walther. Christa Heckel, Leiterin des Direktoriums für Planen und Bauen der Stadt Nürnberg, betonte ebenfalls, dass bei Planung, Genehmigung und Umsetzung weniger Zeit verloren gehen dürfe.
Wohnraum für Familien und ältere Menschen
Bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Herausforderungen und Chancen auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt – gemeinsam Lösungen finden“ wurden unterschiedliche Perspektiven auf den Wohnungsmarkt eingebracht.
Teilgenommen haben neben Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie, Senioren und Soziales, auch Gerhard Frieser vom Grund- und Hausbesitzerverein in Nürnberg und Umgebung e. V., Gerda Peter von der Geschäftsführung des Evangelischen Siedlungswerks in Bayern GmbH, Dr. Sebastian Greim, Geschäftsführer der ECKPFEILER Immobilien Nürnberg GmbH & Co. KG, sowie Marko Dörsch, Vorstand der Baugenossenschaft Selbsthilfe eG.
Elisabeth Ries hob hervor, dass insbesondere Familien, ältere Menschen und Menschen unterstützt werden sollen, die Schwierigkeiten haben, bezahlbare Wohnungen zu finden. Neben dem Bau neuer Wohnungen gehe es auch darum, Wohnraum passend zu vermitteln und den vorhandenen Bestand möglichst gut zu nutzen.
Zudem sollen gut durchmischte und lebenswerte Quartiere entstehen. Dafür brauche es auch die notwendige soziale und öffentliche Infrastruktur.
Mehr Wohnraum auch durch Umbau und Aufstockung
Zusätzlicher Wohnraum kann nicht allein durch Neubauten entstehen. Auch Nachverdichtung, Aufstockung, Umbau und Umnutzung können weitere Wohnungen ermöglichen. Darüber hinaus nennt die Stadt die Aktivierung von Leerständen und den Wohnungstausch als Möglichkeiten, zusätzliche Angebote zu schaffen.
Bezahlbarkeit und der Schutz bestehender Mietverhältnisse sollen dabei wichtige Voraussetzungen bleiben. Ziel ist es, vorhandene Potenziale besser zu nutzen und Hindernisse bei der Umsetzung von Bauvorhaben frühzeitig zu erkennen.
Der erste Nürnberger Wohnungsgipfel soll den Auftakt für einen kontinuierlichen Austausch bilden. Die angesprochenen Themen sollen nun gemeinsam weiterbearbeitet werden. Entscheidend wird sein, ob die geplanten Verbesserungen dazu beitragen, mehr Wohnungen tatsächlich und schneller auf den Weg zu bringen.

Friederike Lober
Rezensentin und Redakteurin bei TVüberregional.de
Friederike Lober schreibt Buchrezensionen, redaktionelle Beiträge und begleitet Bücher, Autorinnen, Autoren sowie ausgewählte gesellschaftliche Themen mit Feingefühl und journalistischem Blick.
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