Am 3. Oktober hatte die Partnerschaft für Demokratie zur 3. Demokratiekonferenz im Kongresszentrum Palatin eingeladen.

Für die Stadt Wiesloch begrüßten Gabriela Lachenauer und Thorsten Krings die Teilnehmer.

Beide hoben hervor, dass diese Veranstaltung ein Forum sein soll, in der jeder sich mit Ideen, Vorschlägen und Fragen einbringen kann und dass ein reger Austausch diese Veranstaltung prägt.

Am 3. Oktober hatte die Partnerschaft für Demokratie zur 3. Demokratiekonferenz im Kongresszentrum Palatin eingeladen.„Wir alle sind hier, will Demokratie und Freiheit uns wichtig sind – nicht nur die eigene Freiheit, sondern vor allem auch die der anderen.“ betonte Stadträtin Gabriela Lachenauer.

Für die Partnerschaft für Demokratie eröffnete Jindro Stehlik die Konferenz. Er erläuterte, dass die Veranstaltung zum Teil einen Arbeitscharakter hat, in dem in Workshops an konkreten Themen gearbeitet wird, so z.B. am Umgang mit Verschwörungstheorien oder an weiteren konkreten Projekten und Maßnahmen vor Ort.

Aber die Veranstaltung sei auch ein Forum zum Austausch zu Demokratie, Toleranz und Freiheit, das zum gemeinsamen Nachdenken über die Veranstaltung hinaus anregen soll. Hierzu hatte man den Mannheimer Fotografen und frischgebackenen Träger des Bundesverdienstkreuzes, Luigi Toscano, eingeladen.

Toscano hat den Verein „Gegen das Vergessen e.V.“ gegründet, der Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht geben will.

Im Mittelpunkt steht dabei ein multimediales Erinnerungsprojekt, in dessen Rahmen er seit 2014 die letzten Zeitzeugen in Deutschland, den USA, Österreich, der Ukraine, Russland, Israel, den Niederlanden und Weißrussland portraitiert.

Jan-Peter Oppenheimer interviewte Toscano auf der Bühne. Der Fotograf und Filmemacher berichtete von seinen über 400 Begegnungen, aus denen teilweise tiefe Freundschaften wurden. Er erläuterte, dass viele der Begegnungen bewegend, aber einige für ihn persönlich auch sehr belastend waren, weil die furchtbaren Erfahrungen der Vergangenheit auch heute noch das Leben der Betroffenen prägen und die Opfer teilweise gerade in Osteuropa auch heute noch in prekären Verhältnissen lebten.

Aber es sei ihm sehr wichtig, den Opfern ein Gesicht und ihre Würde zu geben und mit diesen Bildern gegen das Vergessen in den öffentlichen Raum zu gehen. Nach der Interviewrunde leitete Jindro Stehlik zu den Workshops über.

Die drei inhaltlichen Workshops zu konkreten Projekten vor Ort wurden traditionell von einem Kunstworkshop ergänzt, in dem die Teilnehmer ihre Gedanken zu Toleranz, Demokratie und Freiheit in einem Aktionskunstprojekt zum Ausdruck bringen konnten.

In der Schlussrunde stellten die Workshopteilnehmer dann ihre Themen vor.

Dabei ging es um konkrete Strategien zum Umgang mit Verschwörungstheorien, mögliche neue Themenfelder für die Partnerschaft für Demokratie sowie um die Möglichkeit, die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ in Wiesloch anzubieten.

Wie auch in den Vorjahren hatte man gemeinsam viel erarbeitet, aber auch einen regen Austausch untereinander gepflegt.

In ihren Schlussworten zitierte Oriana Viveros de Moraes-Gradl den britischen Staatsmann Edmund Burke mit den Worten: „Diejenigen, die die Geschichte nicht kennen, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Sie mahnte eine Erinnerungskultur an, die zu bewusstem Handeln und Einsatz für Demokratie, Toleranz und Freiheit führt.

 

Red.: T.K.

 

 

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